Juli 2010:
    Manufaktur der Moderne

    Innovative Lichttechnik und modernes Design gehen bei Sische Symbiose ein

    Der Leuchtenhersteller Simon und Schelle GmbH & Co KG ist ein mittelständischer Familienbetrieb mit 60 Mitarbeitern, der hochwertige Lichtlösungen für alle Lebens- und Arbeitsbereiche konzipiert und herstellt. Innovative Technik, exquisites Design und hervorragende Qualität sind die drei Hauptmerkmale der Sische-Leuchten, die sich damit weltweit einen Namen gemacht haben. Dennoch bleibt man bei Simon und Schelle den traditionellen Tugenden treu, ist bescheiden und bodenständig geblieben. Seit 1946 ist das Unternehmen mit dem Standort Sundern im Sauerland verwurzelt. „Mein Großvater hat den Betrieb genau an dieser Stelle, neben seinem Haus, gegründet“, sagt Anna-Katharina Simon und zeigt auf das alte Produktionsgebäude neben dem modernen Verwaltungstrakt. Die Unternehmerin ist die Enkelin von Josef Simon und heute neben Johannes Richter, dem Cousin von Gesellschafterin Anita Schelle-Hölken, Geschäftsführerin bei Simon und Schelle. Sie kann sich erinnern, wo noch vor einigen Jahrzehnten an der Silmecke produziert wurde. „Irgendwann wurde es zu eng, und mein Großvater opferte seinen Garten, um den Betrieb erweitern zu können“, erinnert sich Simon. Ein Beleg für den damals schon beachtlichen Erfolg des Sauerländer Unternehmens.

    Die Gründerväter des Leuchtenherstellers sind Josef Schelle und Josef Simon, die im Jahr 1946 ihren Produktionsbetrieb für Lampenschirmgestelle unter dem Namen „Simon und Schelle“ aufnahmen. Kurze Zeit später reifte in den beiden Geschäftsleuten die Idee, das Produktportfolio um Lampenschirme und Leuchten zu erweitern. Bereits drei Jahre nach der Firmengründung präsentierte Simon und Schelle seine erste Modellreihe auf der Leuchtenmesse in Köln. Hier nahm die Erfolgsgeschichte des Unternehmens ihren Lauf, „denn das elegante, ausgefallene Design und die innovative Technik, schon damals markante Merkmale unserer Leuchten, lockten zahlreiche Besucher zum Messestand“, weiß Anna-Katharina Simon aus den Erzählungen ihres Großvaters.
    In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich der Leuchtenhersteller vom kleinen Produktionsbetrieb zum namhaften Erfolgsunternehmen in der Region. Die Produkte der 70er Jahre waren geprägt durch viele bunte Lämpchen, die erste Strahler und Schienensysteme zierten. Luigi Colani ist der Name, der den Modellen der 80er Jahre ihr Gesicht gab. „Seine eigene Mixtur aus Extravaganz und konsequenter Bekenntnis zur Funktionalität passte exzellent in unser Konzept“, so Johannes Richter. „Das Scheibenpendel mit Baumdekor ist legendär.“
    Die innovative Halogentechnologie des Niedervoltsystems HT 100 gehört zu den  spektakulären Sische-Erfindungen der 90er Jahre. Hier wurden stringentes Design und technisches Licht intelligent in Einklang gebracht. Außerdem tauchte erstmals das Kürzel CAD auf, das die Welt der Planer und Entwickler revolutionierte. Johannes Richter: „Erstmals war es möglich, komplexe Formen im Computer erst einfach, später auch schnell und komplex aufzubauen. Gemeinsam mit der Lichtleitertechnik entstanden so Einbauleuchten, die sogar zu einem Sternenhimmel kombiniert werden konnten.“
    Noch heute sind innovative Technik und außergewöhnliches Design die beiden Hauptfaktoren, die in den Leuchten von Simon und Schelle eine Symbiose eingehen. Ein gutes Beispiel dafür sind die LED-Leuchten des Sauerländer Herstellers. „Wir forschen und entwickeln im Bereich LED-Technik seit vielen Jahren und haben in unserem Unternehmen einen geschützten Arbeitsbereich, in dem ausschließlich LED-Leuchten entwickelt und gebaut werden“, sagt Anna-Katharina Simon. „Man kann sagen, dass wir im Bereich LED-Technologie eine Vorreiterrolle gegenüber anderen Herstellern haben, insbesondere, was die Dimmer-Funktion unserer Leuchten angeht.“ Untermauert wird die selbstbewusste Argumentation der Unternehmerin beispielsweise durch die drei Leuchtenserien „Nimbo“, „Onyx“ und „Performance“. Die „Nimbo“-Steh- und Wandleuchte sowie die Produktneuheiten der beiden anderen Serien haben eine Gemeinsamkeit, die sie von vielen LED-Leuchten signifikant unterscheidet: Sie sind dimmbar. Simon und Schelle hat dafür eigene Platinen entwickelt, die diese einzigartige Funktion möglich machen und den LED-Leuchten des mittelständischen Familienbetriebs ein Alleinstellungsmerkmal verleihen.
    Fertigungsstätte der Qualitätsleuchten ist nach wie vor der Standort Sundern. Hier sind nicht nur gute Ideen für moderne Lichtlösungen zu Hause, sondern vor allem traditionelle Handwerkskunst. Denn im Zeitalter modernster Automatisierungsprozesse ist das Unternehmen Simon und Schelle eine echte Manufaktur, in der konventionelle Handwerkskunst ein entscheidender Bestandteil der ansonsten hochmodernen Produktionskette ist. Neben der Gürtlerei, der Schleiferei oder auch der Löterei ist hier vor allem die Handgalvanik zu nennen.
    Schmirgeln, polieren, entfetten, dekapieren, spülen – alle Arbeitsschritte erfolgen  hier in traditioneller Handarbeit. Ein Luxus, den sich das Unternehmen leisten kann, weil es seit vielen Jahren neben den Zubehörteilen für die eigenen, hochwertigen Leuchten auch Teile für Kunden verschiedener Branchen veredelt. Knapp 300.000 Stück in 2009 – darunter Duschkopfabdeckungen, Scharniere für den Schiffsbau, Handtuchhalter, Beschläge für Fenster und Türen oder auch Zubehörteile für Gardinenstangen, teils in Gold, teils Chrom glänzend oder seidenmatt, teils Nickel glänzend oder matt.
    Natürlich wirft die tägliche Arbeit mit Schwefel, Salzsäure, Nickel und anderen chemischen Stoffen zwangsläufig die Frage nach dem Umweltschutz auf. Aber auch darauf hat Anna-Katharina Simon eine erfreuliche Antwort. „Wir haben schon seit über dreißig Jahren eine eigene Wasseraufbereitungsanlage, die mein Großvater noch mit initiiert hat“, sagt sie. Hier wird das benutzte Wasser, vereinfacht gesagt, gefiltert und immer wieder recycelt, bis es in den Produktionsprozess zurückgeführt werden kann. Die Anlage wird regelmäßig von einer Fachfirma gewartet, und einmal im Quartal entnimmt der Ruhrverband Wasserproben, um zu überprüfen, ob die Werte sich im Rahmen der erforderlichen Richtlinien bewegen. „Unser Wasserverbrauch entspricht dem eines Einfamilienhauses, und das ist meiner Meinung nach ein gutes Beispiel für den schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen.“
    Die Gründerväter Josef Simon und Josef Schelle zogen sich 1989 aus der Geschäftsleitung zurück. Josef Simon übergab seinen Posten an Sohn Willibald, in die Fußstapfen von Josef Schelle trat Tochter Anita Schelle-Hölken. Heute wird der Betrieb in dritter Generation von Anna-Katharina Simon (seit 2004) und Johannes Richter (seit 2007) im Sinne der Gründerväter fortgeführt. Ihr Bestreben ist es, die Tradition als Basis eines zukunftsfähigen Betriebes zu pflegen und sie mit modernen Ideen und innovativer Technik in Einklang zu bringen.

     

     

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